FAQ

Stand: 25.06.2019
FAQ für Startseite www.erprobung-liposuktion.de

Worum geht es?

Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat eine klinische Studie in Auftrag gegeben, in der ab Anfang 2020 die Liposuktion (operative Fettabsaugung) mit der nichtoperativen Standardbehandlung des Lipödems verglichen werden soll. Die Kosten der Liposuktion werden im Rahmen der Erprobungsstudie von den gesetzlichen Krankenkassen getragen.

Wer kann an der Studie teilnehmen?

An der Studie können gesetzlich versicherte Frauen mit Lipödem der Beine teilnehmen, bei denen es unter konservativen Maßnahmen nicht zu einer ausreichenden Beschwerdelinderung gekommen ist. Wichtig ist, dass es sich tatsächlich um ein Lipödem handelt. Wer letztendlich an der Studie teilnehmen kann, entscheidet der Studienarzt bzw. die Studienärztin nach der Untersuchung. Grundlage der Entscheidung sind die medizinischen Bedingungen des Studienprotokolls.

Wie kann man sich melden, wenn man an der Studie teilnehmen möchte?

Die Studie wird voraussichtlich an 10 Studienzentren (Kliniken oder Praxen) in Deutschland durchgeführt werden, etwa 450 Frauen können teilnehmen.

Über diese Webseite wird ab dem 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2019 die Möglichkeit zur Interessensbekundung über ein Online-Formular bestehen. Alle Interessenbekundungen, die bis zum 31.12.2019 eingegangen sind, werden bei der Auslosung der Teilnahmeplätze berücksichtigt. Die Webseite wird von einer informationstechnischen Servicegesellschaft im Auftrag aller gesetzlichen Krankenkassen betrieben. Der Betreiber ist für die technische Unterstützung des Online-Anmeldeverfahrens zuständig, kann aber keine Formulare auf dem Postweg versenden.

Jede Frau kann nur eine Interessensbekundung abgeben. Bitte nutzen Sie nach Möglichkeit die Online-Eingabe!

Was passiert, wenn es mehr Anmeldungen als Studienplätze gibt?

Sollten mehr Interessentinnen als Studienplätze vorhanden sein, so wird ein Losverfahren durchgeführt. Die so ermittelten Frauen werden dann zu einem Untersuchungstermin eingeladen.

Kann man sich aussuchen, an welchem Studienzentrum man teilnehmen möchte?

Nein, das wird nicht möglich sein. Die Auswahl der Studienzentren erfolgt nach Kriterien, die das Studienprotokoll festlegt. Nur Kliniken und Praxen, die bestimmte Anforderungen erfüllen, können Studienpatientinnen behandeln. Jede Interessentin wird durch das ihrem Wohnort am nächsten liegende Studienzentrum zur Untersuchung eingeladen.

Was ist ein Lipödem?

Beim Lipödem handelt es sich um eine schmerzhafte, symmetrische, übermäßige Fettgewebsvermehrung an Armen oder Beinen. Das Lipödem tritt nahezu ausschließlich bei Frauen auf. Typisch ist eine Neigung zu Hämatomen („blauen Flecken“) auch bei kleinen Verletzungen. Zusätzlich können vermehrte Wassereinlagerungen in den betroffenen Regionen bestehen. Die Standardbehandlung ist die so genannte komplexe physikalische Entstauungstherapie. Sie besteht aus der Anwendung von Lymphdrainage, Kompression durch spezielle Strümpfe und Bewegungstherapie. Seit einigen Jahren bieten Ärzte auch die chirurgische Absaugung des Fettgewebes an den betroffenen Körperpartien (Liposuktion) an.

Was weiß man über die Liposuktion?

Bisher ist die Liposuktion keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, weil es keinen wissenschaftlich hochwertigen Beleg dafür gibt, dass die Liposuktion besser wirksam ist, als die konservative Standardbehandlung des Lipödems aus Kompressionstherapie, Lymphdrainage und Bewegungstherapie. Man kann also nicht mit Sicherheit sagen, ob die Frauen durch die Operation nachhaltig von ihren Beschwerden befreit werden. Dazu müssen die beiden Verfahren an zwei Gruppen von Patientinnen direkt miteinander verglichen werden.

Die Datenlage zur langfristigen Sicherheit der Liposuktion beim Lipödem ist ebenfalls noch unzureichend. So ist nicht auszuschließen, dass nach der Liposuktion Fettgewebe nachwächst oder dass der Eingriff im Unterhaut-Bindegewebe zu Narbenbildungen führt, die den Lymphabfluss behindern. Diese Fragestellungen sollen in der Studie untersucht werden.